Steinweg(Fritz-Erbe-Strasse)

um 1920

Steinweg(Fritz-Erbe-Strasse)

1985

Steinweg(Fritz-Erbe-Strasse)

2016


Herda Geschichte

(aus unserer Chronik)

 

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte erst 1244, daher feiern wir

775 Jahre Ersterwähnung.

 

 

Herda kann jedoch auf eine etwa eineinhalbtausendjährige Geschichte zurück blicken, denn die Gründung des Ortes liegt vermutlich in der ersten germanischen Siedlungsperiode 300 bis 500 unserer Zeitrechnung (Vollandt).

 

 Allem Anschein nach hat sich „Auf dem Kies“ im 3. und 2. Jahrhundert vor der Zeitrechnung schon eine Keltensiedlung befunden. Durch Feldlese wurden einige Graphitscherben gefunden, welche für diese Besiedlung charakteristisch sind.

 

Eine der ältesten Straßen des Ortes ist die „Krämergasse“ und die Alte Strasse. Die Alte Strasse diente schon im Mittelalter als Handelsstraße zwischen Frankfurt und Leipzig. Auf dieser Straße soll Luther vom Reichstag zu Worms kommend in Richtung Eisenach gewandert sein und Napoleon zog auf ihr mit seiner „Großen Armee“ nach Russland und kam als geschlagener Feldherr auf ihr wieder zurück.

 

Infolge des regen Handelsverkehrs durch den Ort hatten sich zahlreiche Handwerker in Herda niederlassen können, besonders Schmiedemeister. Noch in unserer Zeit waren an zwei Hofmauern in der Fritz-Erbe-Straße (12 und 26) ihre Zunftzeichen in Stein gehauen, zu sehen. Es gab auch etliche Wagner, die für die Bauern des Ortes und für die durchziehenden Fuhrleute arbeiteten.

 

Auch der Beruf der Leinweber war stark vertreten. Man unterschied Bild-, Zeug- und Wilbweber. Noch bis zum Ende des 19. auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand man in einzelnen Häusern Webstühle vor.

 

Der Flachsanbau und seine Verarbeitung als Rohstoff für die Leinenherstellung spielte eine große Rolle im Arbeitsablauf des Jahres im Leben der Herdaer Bauern.

 

Die Herren von Herda waren lange Zeit brandenburgische Gerichtsherren.

 

Nach ihrem Stammort hieß das Geschlecht der damaligen Grundherren „von Herda“. Der erste bekannte Vertreter dieser Familie, Dietrich von Herde, kommt 1244 in einer Urkunde des Klosters Frauensee vor. Dies ist die erste bekannte urkundliche Erwähnung und so kommen wir auf unsere 775 Jahre Ersterwähnung. [2]

 

 

Kratzeroda 625 Jahre Ersterwähnung

 

Am 20. Januar 1394 wurde der Weiler erstmals urkundlich genannt.[1]

 

Der Ort Kratzeroda zählt zu den letzten Rodungssiedlungen im Raum Gerstungen. In der Ortschronik von Herda wird ein Mönch Erkenbert Craz erwähnt, der dem Kloster Hersfeld diente. Craz wies Bauern an, in diesem Seitental der Werra, das noch zum Amt Hausbreitenbach gehörte, einige Höfe zu gründen. Schon vor dem 16. Jahrhundert war das Tal verlassen, die Wüstung Kratzeroda ging in den Besitz der im Herdaer Schloss sitzen Adelssippe von Reckrodt über. Diese ließen Kratzeroda als Wirtschaftshof neu errichten, es entstanden bis zum 19. Jahrhundert drei Gehöfte, die nach dem Aussterben der Herren von Reckrodt (1703) von den Herren von Herda übernommen wurden. Eingepfarrt und eingeschult war Kratzeroda in Herda, Gerichtsort war Gerstungen. Bis zur Bodenreform bildeten die drei Gehöfte das Vorwerk Kratzeroda zum Herdaer Schloss. In Kratzeroda war die Schäferei des Schlossgutes untergebracht. Noch im 19. Jahrhundert gab es dort 540 Schafe + 60 Schafe als Eigentum des Schäfers. Durchschnittlich soll die Herdengröße 300 bis 400 Stück betragen haben. [3]

 

[1] Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 153.

 

[2]Fritz Jäger: Ortschronik von Herda und Hausbreitenbach. Veröffentlicht2016.

 

 

[3]Wikipedia